Fantasy

Avery Williams – Everlight: Das Buch der Unsterblichen [Rezension]

9783426653265

Autor: Avery Williams
ISBN:
978-3426653265
Verlag: Droemer Knaur
Originaltitel: The Alchemy of Forever
Seitenanzahl: 240
Preis: 14,99 Euro

zitat„Sterben ist das Tapferste, Menschlichste, was ich in den sechshundert Jahren getan habe.“ (Seite 32)

inhaltSeraphina und Cyrus lieben sich, doch was als bezaubernde Liebesgeschichte beginnt entwickelt sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem Fluch. Vor 600 Jahren sollte Seraphina sterben doch Cyrus gab ihr ein Elixir dass sie am Leben hielt, im Körper einer anderen. Seitdem hat sie, ebenso wie Cyrus, den Körper gewechselt sobald der Alte nicht mehr zu gebrauchen war. Seraphina will keine Körper mehr stehlen und für den Tod von anderen verantwortlich sein, also flieht sie um ihrem Leben ein endgültiges Ende zu setzen. Doch dann kommt alles anders als erwartet.

meinungWahrscheinlich hat so manch einer sich schonmal gewünscht ewig leben zu könnnen oder zumindest den Zeitpunkt des Todes selber zu bestimmen bzw das Leben verlängern zu können. Und selbst wer nicht diesen Wunsch verspürte hat sicher dennoch schonmal über das Thema nachgedacht. Welch Wunder wäre es auch, ewiges Leben. Welche Macht könnte man damit erlangen. Doch will man dafür wirklich den Tod von anderen in Kauf nehmen? Seraphina will eben dies irgendwann nicht mehr. 600 Jahre Leben nehmen um selber leben zu können sind ihr mehr als genug und sie beschließt dem ein Ende zu setzen  und flieht um ihr Leben zu beenden. Beides ist verständlich. Wenn man sich plötzlich dem Tod gegenübersieht und die Wahl hat weiterzuleben oder zu sterben, wofür würde man sich selber entscheiden? Aber wie lange kann man es mit sich selber und seinem Gewissen vereinbaren anderen dafür das Leben zu nehmen? Ein Gewissenskonflikt von dem man sich sehr gut vorstellen kann wie zermürbend er sein muss.
Als Seraphinas Selbstmordversuch dann völlig anders verläuft als erwartet lernt sie plötzlich etwas kennen was sie in den ganzen 600 Jahren ihres „Weiterlebens“ nicht hatte: Familie, Geborgenheit, Liebe, Alltag. Sie geht zur Schule, hat Freunde und verliebt sich und sie fängt an doch noch an ein glückliches Leben zu glauben.
Obwohl mehrere Charaktere in dem Buch vorkommen liegt der Fokus ganz klar auf Seraphina. Seraphina ist eher ruhig und zurückhaltend, meistens beugt sie sich dem Willen von Cyrus und macht ihre Gefühle und Gedanken dazu mit sich selber aus. Es ist schade dass man sehr wenig aus ihrem früheren Leben erfährt. Das Buch beginnt kurz vor ihrem Tod und danach erfährt man nur Bruchstücke, hauptsächlich wieso sie ihre Mutter vermisst. Von Cyrus erfährt man noch weniger, gerade das ist sehr schade. Da immer wieder erwähnt wird er habe sich erst über die 600 Jahre so sehr negativ entwickelt wäre es doch interessant zu wissen wie diese Entwicklung aussah. Sind Dinge vorgefallen die ihn verändert haben? Wie sind seine Gefühle dazu? Wurde er einfach nur machtgierig? Das sind leider Fragen auf deren Antwort man in diesem Buch verzichten muss.
Der Schreibstil ist dafür gut und flüssig sodass sich das Buch leicht lesen lässt. Die Kapitel sind recht kurz und das Buch ist allgemein nicht sehr dick, manchmal wäre etwas mehr Ausführlichkeit schön gewesen.
Obwohl das Buch einiges verspricht bleibt die Spannung größtenteils aus. Natürlich ist es interessant zu verfolgen wie Seraphinas Pläne sich ändern vom Selbstmord zum glücklichen Teenagerleben. Aber mehr als interessant eben auch nicht. Es gibt auch keinen großen Showdown sondern ein recht plötzliches aber scheinbar endgültiges Ende.

fazitEverlight lässt einen mit ziemlich vielen Fragen und einem sehr plötzlichen Ende recht zurück. Es ist ein nettes Buch für zwischendurch, hat jedoch einige Schwächen.

3

Vielen Dank für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares am academicworld und den Droemer Knaur Verlag.

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