Thriller

Katja Brandis – Und keiner wird dich kennen [Rezension]

9783407811301

Autor: Katja Brandis
ISBN: 978-3407811301
Verlag: BELTZ & Gelberg
Originaltitel: —–
Seitenanzahl: 400
Preis: 16,95 Euro
Bestellseite

inhaltMaja hat alles was sich ein Mädchen in ihrem Alter nur wünschen kann: Ein schönes Zuhause, gute Freunde und den tollsten Jungen der Welt zum Freund. Aber es gibt etwas das sie gravierend von anderen gleichaltrigen Mädchen unterscheidet. Denn Maja hat auf brutale Weise kennenlernen müssen was Angst ist. Jahrelang hat Robert, der Exfreund ihrer Mutter, die Familie terrorisiert bis er ins Gefängnis kam. Nun ist Maja endlich glücklich und kann ihr Leben genießen. Doch dann kommt der Tag an dem Robert aus dem Gefängnis entlassen wird und deutlich macht dass er auch jetzt vor nichts zurückschreckt. Von heute auf morgen müssen Maja, ihr Bruder Elias und ihre Mutter fliehen. In eine andere Stadt, unter anderen Namen, mit einer völlig neuen Identität. Niemand darf wissen wer sie sind und sie müssen ihr altes Leben komplett hinter sich lassen. Alles scheint gut zu laufen doch dann trifft Maja eine foglenschwere Entscheidung…

meinungStalking ist mittlerweile wohl jedem ein Begriff. Man hört davon in den Medien, liest es im Internet, vielleicht war man selber schonmal betroffen oder kennt jemanden der es war. Genau dieses Thema greift das Buch Und keiner wird dich kennen von Katja Brandis auf. Wie sieht Stalking aus? Was geschieht mit den Opfern? Was geht in dem Täter vor? Was über allem schwebt ist vorallem das Wort Angst. Maja fürchtet um das Leben ihrer Mutter denn sie weiß wozu Robert fähig ist. In einigen Erinnerungsfetzen von Maja kann man sich selbst ein Bild von seinen Taten machen und versteht schnell was Maja und ihre Familie durchstehen musste und welcher Albtraum wieder von vorne beginnt. Man bekommt einen glaubwürdigen und realistischen Eindruck davon wie ein Opferschutzprogramm aussieht und wie ernst das Thema Stalking eigentlich sein kann.
Die meiste Zeit wird aus der Sicht von Maja, in der Ich-Perspektive, erzählt. Schnell entwickelt man Sympathien für das junge Mädchen das schon soviel durchmachen musste. Auf den ersten Blick glaubt man einen völlig normalen Teenager vor sich zu haben doch immer wieder zeigen sich die Auswirkungen des Terrors den sie miterlebt hat. Umso mehr kann man verstehen wie schwer es Maja fällt das Leben, das sie und ihre Familie sich mühsam aufgebaut haben, wieder aufzugeben. Unweigerlich muss man darüber nachdenken wie man sich selber fühlen würde wenn man plötzlich dazu gezwungen ist nicht nur seinen Wohnort sondern auch Freunde und Familie komplett hinter sich zu lassen. Jeder Kontakt muss abgebrochen und darf auch nicht wieder aufgenommen werden. Man verschwindet einfach als hätte man nie existiert. Und wie gewöhnt man sich an das neue Leben das man verpasst bekommt? Wie soll man neue Kontakte knüpfen wenn man nur Lügen erzählen darf, denn schließlich darf ja auch niemand wissen wer man früher war. Der Autorin gelingt es hier sehr gut die verschiedenen Gefühle hervorzubringen und zu veranschaulichen.

„Jeden Tag lungert er vor der Tür herum. Es fühlt sich an, als kleben seine Blicke auf meiner Haut. Mama hat gesagt, ich soll ihn nicht ansehen, soll einfach so tun, als wäre er nicht da, und ins Haus gehen. Dort sei ich in Sicherheit.“ (Seite 10)

Zwischendurch wird die Geschichte immer wieder aus der Sicht von Majas Freund Lorenzo und Robert, dem Exfreund und Stalker der Mutter, erzählt. So bekommt man zusätzlich noch einen guten Einblick wie sich das plötzliche Verschwinden der Opfer auf deren Angehörige auswirken kann und man erfährt auch welche Gedanken den Täter beschäftigen. Gerade Letzteres hat mich persönlich sehr fasziniert. Obwohl man fassunglos auf das Handeln von Robert blickt kommt man doch nicht umhin auch für ihn ein gewisses Mitleid oder zumindest Traurigkeit für ihn zu empfinden.
Der Erzählstil ist ebenso rasant wie ruhig wodurch die Autorin genau die richtige Mischung trifft um das Buch gut und flüssig lesen zu können. Es wird eine Atmosphäre geschaffen in der man schon fast selber anfängt sich umzusehen und nach Verfolgern Ausschau zu halten. Spannungstechnisch wird einiges geboten. Ohne dabei eintönig zu werden schafft es das Buch einen immer wieder mitfiebern zu lassen.

fazitEin spannunsgeladener Thriller der ebenso Jugendliche wie auch Erwachsene packt und nicht mehr so schnell loslässt. Ein Buch das man nicht mehr aus der Hand legen will.

must read

Vielen Dank für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares und die Möglichkeit zur Teilnahme an der Aktion „BELTZ & Gelberg Buchblogger 2013“ an

0b0593e75fe94c9c86202430764833fa.logo

und

logo4-1

Mehr zum Thema Stalking:
Liebeswahn.de
Polizeiliche Kriminalprävention
DSOH – Deutsche Stalking-Opferhilfe

Advertisements

2 Kommentare zu „Katja Brandis – Und keiner wird dich kennen [Rezension]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s