Romane

Alix Ohlin – In einer anderen Haut [Rezension]

ineineranderenhautreziinhaltBeim Langlaufen stößt die Therapeutin Grace auf einen Mann der gerade versucht hat sich zu erhängen. Obwohl Grace eine sehr engagierte Therapeutin ist muss sie sehr bald feststellen dass ihr Interesse an diesem sowohl faszinierenden wie auch verschlossenen Mann nicht nur rein tehrapeutischer Natur sind. Währenddessen ist ihre Patientin Annie von zu Hause fortgelaufen um sich in New York als aufstrebende Schauspielerin neu zu erfinden und auf möglichst keine menschlise Beziehung einzulassen. Und Grace Exmann Mitch, ebenfalls Therapeut, verlässt seine Lebensgefährtin um einer Inuit-Gemeinde in der Arktis zu helfen. Diesen vier verschiedenen Charakteren folgt man auf ihrer Reise, deren Geschichten geschickt miteinander verwoben werden.

meinung

Ich bin mir nicht sicher was ich von diesem Buch erwartet habe. Vielleicht irgendwas sehr tiefgehendes da es sich immerhin bei zwei der Charakteren um Therapeuten handelt. Zwar handelt es sich hier nicht um ein permanent oberflächliches Werk doch ist es nunmal auch nicht so tiefgehend wie ich es anhand von Leseprobe und Klappentext erwartet habe.
Allerdings passt bereits der Titel zur Kernaussage des Buches denn man kann nunmal nicht aus seiner Haut heraus. Man kann versuchen sich in andere hineinzuversetzen, Mitgefühl zeigen und helfen aber letzen Endes ist und bleibt man wer man ist und steckt nicht in dem Gegenüber drinne weshalb man oft einsehen muss dass man anderen auch keine Entscheidungen abnehmen kann, weil viele Gefühle und Emotionen verstecken oder überspielen und weil manche auch einfach keine Hilfe wollen.

„Sein letztes Wort war stets aber. Wahrscheinlich war es auch sein letztes Wort überhaupt gewesen. Sie machten nicht Schluss miteinander; stattdessen entfernten sie sich immer mehr voneinander. Erst kam er nicht mehr zu jeder Aufführung, dann ließ er sich gar nicht mehr blicken, und sie ließ es einfach geschehen, wobei es sie überraschte, dass es mehr wehtat als erwartet. Für eine andere, bessere Ausgabe von ihr wäre er der perfekte Mann gewesen.“ (Seite 156)

Mit der Zeit und dem Lesen lernt man einiges von den Protagonisten kennen allerdings nicht genug um sie klar im Gedächtnis zu behalten. Es bleibt einfach kaum etwas so dass man sich, bei einem erneuten Auftreten der Person, plötzlich fragen muss worum es vorher in ihrer/seiner Geschichte doch nochmal ging und was diese Person zu ihren Entscheidungen und Handlungen veranlasste.
Dafür scheint die Autorin sich regelrecht in Details und Handlungen zu verlieren. Ständig werden neue Handlungsstränge dazu gesponnen und unwichtige Details weitgehend erläutert dadurch verlieren die wirklich Interessanten Ereignisse und Informationen leider einiges an Glanz und Aufmerksamkeit da es schwerfällt sich auf sie zu konzentrieren. Dadurch kommt leider auch nicht die richtige Stimmung auf die vielleicht erzeugt werden soll oder man sich erhofft.
Zwar werden die Geschichten der Charaktere geschickt miteinander verbunden allerdings, wie schon gesagt, werden so viele Details und Handlungsstränge mit hinein geworfen dass man aus so manchem vermutlich fast ein nochmal eigenes Buch zusammenstellen könnte.
Leider konnte ich dem Buch auch spannungstechnisch nichts abgewinnen. Die ganze Zeit wartete ich auf das eine große Ereignis. Der Moment in dem es völlig aus dem Ruder läuft oder so grandios schief geht dass man einen “Aha-Moment” erlebt der einem aufzeigt wie schwierig oder sogar risikoreich es sein kann ständig helfen zu wollen. Dieses Erlebnis bleibt jedoch aus.
Es ist kein von grundauf schlechtes Buch denn es gibt durchaus Szenen die lesenswert und gut ausgefeilt sind. Insgesamt ist es jedoch ein eher enttäuschendes Werk.

FazitMich konnte „In einer anderen Haut“ leider nicht überzeugen da es auf mich eher platt wirkt und mit viel zu vielen unwichtigen Details gespickt ist die die Sicht auf die wichtigen Ereignisse stark einschränken. Schade.

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Ein Kommentar zu „Alix Ohlin – In einer anderen Haut [Rezension]

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