Romane

Jojo Moyes – Ein ganzes halbes Jahr [Rezension]

978-3-499-26703-1.jpg.630422Autor: Jojo Moyes
ISBN: 978-3-499-26703-1
Verlag: rowohlt POLARIS
Originaltitel: Me before you
Seitenanzahl: 512
Preis: 14,99 Euro

inhaltLouisa ist 27 Jahre alt, lebt bei ihren Eltern und liebt ihren Job in einem kleinen Café. Als sie ihren geliebten Job verliert stehen sowohl sie als auch ihre Eltern vor großen Existenzängsten denn ihr Vater muss ebenfalls um seinen Job fürchten. Lousia begibt sich auf Arbeitssuche und landet schließlich im Hause Treynor wo sie eingestellt wird um Will, der seit einem Unfall vor zwei Jahren gelähmt ist, Gesellschaft zu leisten. Eine Aufgabe die sich als schwierig herausstellt denn Will hat kein Interesse daran dieses Leben im Rollstuhl weiterzuführen. Doch er hat nicht mit Louisas starken Willen und ihrer Entschlossenheit gerechnet und so entwickelt sich eine Liebesgeschichte die ebenso berührend wie schockierend ist.

meinungEs gibt Bücher die berühren dich. Sie bringen dich zum lachen oder weinen, regen zum Nachdenken an oder unterhalten einfach nur. Und es gibt Bücher die dich packen, mitreißen und nicht wieder loslassen. Du versinkst in ihnen, bekommst sie nicht aus dem Kopf ohne sie endlich fertig gelesen zu haben und danach grübelst du über Stunden während sie in dir nachhallen.
Dieses Buch gehört in die letztere Kategorie. Und egal wie oft ich diese Rezension nun schon angefangen habe ich habe immernoch das Gefühl dem Buch mit Worten nicht gerecht werden zu können.
Die Geschichte beginnt mit Will Treynors Unfall springt aber gleich danach zwei Jahre weiter zu Louis deren Tag genau so begonnen hat wie jeder andere auch. Nur dass sie am Ende des Tages arbeitslos sein wird. Louisa lebt zusammen mit ihren Eltern, ihrem Großvater, der seit einem Schlaganfall Hilfe braucht, ihrer Schwester Treena und deren Sohn Thomas in einem Haus. Louisas Familie steckt in einer finanziellen Situation die alle beunruhigt. Der Vater fürchtet um seinen Job, Treena verdient kaum etwas und die Mutter kümmert sich um ihren Enkel und den Großvater. Louisas Einkommen war sehr wichtig für die Familie darum bemüht sie sich sofort um eine neue Stelle. Dieses Unterfangen stellt sich allerdings als schwierig heraus denn entweder sagen ihr die Jobs nicht zu oder aber der Arbeitgeber ist mit ihr unzufrieden.

„Ich war entlassen worden, nachdem mich eine Frau von der Doughnut-Abteilung dabei erwischt hatte, wie ich mit einer Vierjährigen über die unterschiedliche Qualität der Gratis-Spielfiguren diskutierte. Was soll ich sagen? Sie war ziemlich clever für eine Vierjährige. Ich fand das Dornröschen auch dämlich.“  (Seite 25)

Louisa wird zunehmend verzweifelter doch dann hat sie ein Vorstellungsgespräch bei der Familie Treynor deren Sohn Will seit einem schweren Unfall Querschnittsgelähmt ist. Obwohl Louisa das Gefühl hat keine gute Figur beim Vorstellungsgespräch gemacht zu haben wird sie für 6 Monate als seine Betreuerin eingestellt um Will Geselslchaft zu leisten. Louisa ist unsicher im Umgang mit Will denn er ist zynisch, sarkastisch und ziemlich unfreundlich. Aber je mehr die Zeit die beiden miteinander verbringen desto mehr entsteht zwischen ihnen etwas. Vertrauen, Freundschaft und letztendlich sogar Liebe.
Von Anfang an kann man völlig in die Geschichte abtauchen. Man erlebt Louisas Verunsicherung und Enttäuschung nicht nur mit sondern fängt an sie selber zu empfinden wenn Will sie wieder einmal vor den Kopf stößt.

„Will Traynor starrte weiter aus dem Fenster, als wäre ich nicht da.
“Möchte Sie, dass ich Ihnen einen Tee mache?”, fragte ich schließlich, als das Schweigen unerträglich wurde.
“Ah stimmt. Das Mädchen das seinen Lebensunterhalt mit Teekochen verdient. Ich habe mich schon gefragt, wie lange es dauern würde, bis sie mir ihre Talente beweisen wollen. Nein. Nein danke”.“ (Seite 55)

Doch genau wie Louisa lernt man ihn anzunehmen und Verständnis für ihn zu entwickeln. Und es zeigt sich dass hinter seiner harten Schale einfach nur ein Mensch steckt der mit seiner Situation nicht zurecht kommt. Die Hilflosigkeit weil man seinen Körper nicht mehr benuten kann aber trotzdem ständig von Schmerzen gepeinigt wird. Die Scham darüber nicht einmal die kleinste Alltagstätigkeit alleine ausüben zu können und die Wut über die Tatsache dass einem alle Entscheidungen einfach abgenommen werden. Das Leben hat sich für Will von einen Moment auf den Nächsten komplett verändert. Louisa beginnt zu verstehen und mit dem Verständnis wächst sie an ihrer Aufgabe. Sie schafft es mit ihrer einfachen, teilweise unbeholfenen Art wieder ein wenig Sonnenschein in Wills Leben zu bringen.

„Ich will einfach noch nicht hineingehen. Ich will einfach hier sitzen und nicht daran denken …” Er schluckte. Sogar im Halbdunkel wirkte dieses Schlucken mühsam. “Ich will einfach … ein Mann sein, der mit einem Mädchen im roten Kleid im Konzert war. Dieser Mann will ich einfach noch ein paar Minuten länger sein.“ (Seite 238)

Die Protagonisten des Buches könnten kaum unterschiedlicher sein. Louisa ist noch nie aus ihrer Heimatstadt heraus gekommen ist zum Teil sehr naiv und hat einen Modegeschmack bei dem einem so manches Mal die Haare zu Berge stehen.
Will besitzt viel Geld, ist viel herumgereist und verbrachte seine Zeit mit Bungee-Jumping und Motorradfahren. Er liebt Musik und ausländische Filme und macht sich immer mehr Gedanken um Louisas Zukunft was sie selber scheinbar niemals tut.
Und so schön all das auch klingt, zwei Menschen die sich anfangs nicht leiden können sich dann aber näher kommen. Ein Mann der durch einen Unfall querschnittsgelähmt ist fängt an sich wieder an Sachen zu erfreuen. So hängt doch das Damoklesschwert düster über den Ereignissen. Louisa bekommt einen Termin zwischen Will und einem Anwalt für Testamentsrecht mit woraufhin sie seine Mutter um ein Gespräch bittet. Louisa erfährt von Mrs. Treynor dass es einen Grund dafür gibt dass sie nur für 6 Monate eingestellt wurde denn nach dieser Zeit hat Will einen Termin in der Schweiz…..um zu sterben. Für Louisa beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit denn sie nimmt sich vor Will umzustimmen. Man hofft und bangt mit ihr. Man wünscht sich das Happy End so sehr dass man das Buch einfach nicht weglegen kann. Ob es das schöne Ende für Will und Lou gibt?
Fakt ist jedenfalls dass man sich beim Lesen Taschentücher bereit legen sollte. Viele Taschentücher denn es ist fast unmöglich sich nicht die Augen aus dem Kopf zu heulen. Das Buch zerreißt einem förmlich das Herz während man hofft und sich wünscht und gespannt verfolgt was geschieht.

fazitEin ganzes halbes Jahr ist ebenso ernst wie witzig und genau so schön wie traurig. Ein Buch bei dem kein Auge trocken bleibt und das einem das Herz zerreißt. Ein eindeutiges Must Read.

must read

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3 Kommentare zu „Jojo Moyes – Ein ganzes halbes Jahr [Rezension]

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