Horror

Stephen King – Joyland [Rezension]

Joyland von Stephen KingAutor: Stephen King
ISBN: 978-3-453-26872-2
Verlag: Heyne
Originaltitel: Joyland
Seitenanzahl: 352
Preis: 19,99 EuroinhaltIm Sommer 1973 arbeitet Devin Jones während der Semesterferien in dem Vergnügungspark Joyland um sich sein Studium zu finanzieren. Erst vor kurzem hat sich sein große Liebe Wendy von ihm getrennt und die Arbeit im Park scheint eine gute Möglichkeit der Ablenkung zu sein. Auf dem Weg zum Park kommt er jedesmal an einem Haus vorbei indem eine Frau zusammen mit ihrem schwer kranken Sohn wohnt. Im Laufe der Zeit lernt er beide näher kennen und es entwickelt sich eine besondere Freundschaft.
Neben seinen privaten Angelegenheiten gibt es jedoch noch etwas was Devin beschäftigt. Über die Geisterbahn von Joyland tummeln sich allerhand Geschichten mit dem Inhalt dass es, seit der Ermordung eines Mädchens, dort spuken würde. Devin beginnt Nachforschungen anzustellen und ahnt nicht dass er damit eine Lawine von Ereignissen lostritt.

meinungNeue Stephen King Bücher werden von mir immer gespannt erwartet. Wenn es dann noch um einen Ort geht an dem es spuken soll gleich noch mehr. Spannung und Grusel sind dabei ja schließlich vorprogrammiert. Das zumindest könnte man meinen. Stephen King beweist allerdings mal wieder dass er Erwartungen gerne mal durchkreuzt. Man muss eines ganz klar wissen bei diesem Buch nämlich dass es nicht die ganze Zeit um merkwürdige und unheimliche Ereignisse geht die Devin während seiner Zeit in Joyland erlebt. Es gibt keine unheimlichen Geräusche die man aus der Geisterbahn hört oder zahlreiche andere Ungereimtheiten die einem die Haare zu berge stehen lassen. Im Gegenteil, „Joyland“ ist ein ziemlich ruhiger Roman in dem es mehr um das Drumherum geht. Um Devins Zeit in Joyland, das Schließen neuer Freundschaften und das Verarbeiten von Schicksalsschlägen. Die Geschichte um die Geisterbahn nimmt zwar viele Gedanken und auch einiges an Zeit von Devin in Anspruch aber eben mehr dadurch dass er sich für die Ereignisse die mit der Geisterbahn in Verbindung gebracht werden interessiert und er beginnt Nachforschungen anzustellen. Devin selber erlebt keine unheimliche Begegnung in Bezug auf die Geisterbahn anders ergeht es da hingegen seinem Freund und Arbeitskollegen Tom der daraufhin nichts mehr mit Devins Nachforschungen zu tun haben will.

„Ich sah ihn aufmerksam an, und Erin auch, weil wir beide im ersten Moment dachten, er wolle uns nur wie so oft veralbern. Allerdings sah er überhaupt nicht danach aus. Eher so, als wäre er halb tot vor Angst.“ (Seite 143)

Ich muss ehrlich sagen ich habe ein anderes Buch erwartet. Spuk an einem Ort, in einem Gebäude. Als ich den Kappentext gelesen habe dachte ich eher an eine Geschichte wie „Haus der Verdammnis“ in der es ja immer wieder recht bewegt zugeht und sich ein unheimliches Ereignis an das andere reiht. „Joyland“ ist mit dieser Geschichte nicht zu vergleichen. „Joyland“ ist viel ruhiger und es stehen mehr die Nachforschungen Devins im Vordergrund als die Geisterbahn selbst. Der Klappentext ist da meiner Meinung nach etwas irrefühend weil man etwas viel spannungsgeladeneres erwartet. „Joyland“ ist keineswegs langweilig. Die Geschichte wird flüssig erzählt und der Schreibstil ist gut und angenehm zu lesen. Man erwartet jedoch wie gesagt etwas anderes und darum war ich doch ziemlich enttäuscht auch wenn Stephen King einem trotz der falschen Erwartungen ein gutes Buch liefert.

„Ich habe ganz bestimmt nicht damit gerechnet, dass ich noch einmal jemand das Leben retten würde; solche Vorahnungen sind grundsätzlich Leuten wie Rozzie Gold und Mike Ross vorbehalten. Als ich am 1. Oktober, nach einem weiteren verregneten Wochenende, im Park eintraf, dachte ich eigentlich nur an den bevorstehenden Besuch von Erin und Tom.“ (Seite 210)

Das Buch bietet einem eine entspannt erzählte Geschichte mit einem sympathischen Protagonisten. Devin ist ein ruhiger, freundlicher junger Mann der irgendwie versucht mit der Trennung sener Freundin fertig zu werden. Der Sommer 1973 bedeutet für ihn loslassen müssen, Neues annehmen, sich entwickeln, Entscheidungen treffen und lernen. Er lernt Menschen kennen zu denen sich sehr enge Freundschaften entwickeln und die ihn noch viele Jahre begleiten werden. „Joyland“ ist also keine typische Horrorgeschichte sondern bietet einiges mehr.

fazit„Joyland“ ist nicht die typische Geister-/Spukstory in der man mit mysteriösen und unheimlichen Elementen überhäuft wird. Viel mehr geht es um die Neugier eines jungen Mannes der unbedingt ein furchtbares Ereignis aus der Vergangenheit aufklären will. Wer also auf eine spannungsgeladene Geschichte hofft wird schnell feststellen dass er sie hier vergebens sucht. Dennoch hat „Joyland“ viel zu bieten und kann einem einige schöne und unterhaltsame Lesestunden bieten.

3

Vielen Dank für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares an

heyne

Advertisements

7 Kommentare zu „Stephen King – Joyland [Rezension]

  1. Schade, dass dich „Joyland“ nicht ganz begeistern konnte – ich habe es sehr gerne gelesen, bin aber auch nicht der typische Krimileser, so dass ich keine hohe Erwartungen an den Grusel- oder Spannungsfaktor hatte. 🙂

    1. Als typischen Krimileser würde ich mich auch nicht unbedingt bezeichnen. Aber ich bin ein großer King Fan, fast jedes Buch von ihm steht in meinem Regal und ich hab halt einfach was anderes erwartet. 😉

    1. Ja genau ich denke so geht es mir auch. Es ist kein schlechtes Buch und das King generell auch mal Bücher ganz ohne Horror schreibt ist ja auch nichts neues. Aber ausgerechnet bei einer „Geister“geschichte habe ich damit nicht gerechnet 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s