Dystopie

Laura Kneidl – Light & Darkness [Rezension]

lightanddarknesreziinhaltSchon längst wissen die Menschen um die Existenz von Feen, Lykanthropen, Vampiren und anderen paranormalen Wesen. Seit mehreren Jahren wird jedem paranormalen Wesen in einer feierlichen Zeremonie ein Delegierter zugewiesen der die Aufgabe hat sich um es zu kümmern und zwischen Menschen und Paranormalen zu vermitteln. Bei der 17-jährigen Light scheint das System jedoch zu versagen denn obwohl in den Delegtionsgesetzen festgelegt ist dass Wesen und Delegierter demselben Geschlecht angehören müssen wird ihr der rebellische, und definitiv nicht weibliche, Dämon Dante zugewiesen. Sowohl Light als auch ihre Familie sind schockiert über diesen Fehler und als würde das nicht schon genug Ärger mit sich bringen ist Dante fest entschlossen Light das Leben als Delegierte so schwer wie nur möglich zu machen.

meinung

Vor einigen Wochen bin ich zufällig auf die Leseprobe zu diesem Ebook gestoßen, die sich auch ganz gut lesen ließ dennoch geriet das Buch danach erstmal wieder in Vergessenheit. Als ich dann vor kurzem beim Stöbern wieder auf den Titel stieß wurde es dann kurzerhand gekauft. Ich habe mir allerdings ein bisschen was anderes unter diesem Buch vorgestellt. Wenn ich das Wort Dämon höre oder lese dann erwarte ich alles mögliche aber keinen 20 Jahre alten jungen Mann der wohl eher als Light Version eines Dämons durchgeht. Zwar habe ich nicht damit gerechnet dass ein permanentes blutiges Gemetzel an der Tagesordnung sein wird aber einen Dämon der sich damit begnügt seine Delgierte hin und wieder ein wenig zu ärgern entsprach auch nicht ganz meiner Vorstellung. Nun mag jeder seine eigene Vorstellung von dem Begriff Dämon haben aber trotzdem gibt es ja eine Definition des Wortes, eine Bedeutung, nämlich die dass es sich um ein Wesen handelt welches Menschen bedroht, ängstigt oder schadet. Und auch wenn Dante anfangs deutlich macht dass er Light gegenüber nicht gerade liebevoll eingestellt ist so konnte ich von diesem “dämonischen” nicht allzu viel entdecken. Aussagen die man als Drohung hätte deuten können kamen eher spielerisch und nicht ganz ernst gemeint rüber.

“Light atmete tief durch, um sich, ihrem Dad und Mr Bennett zu beweisen, was für eine kompetente Delegierte sie war. »Dante?«, wandte sie sich an den Dämon. »Was möchtest du essen? Pizza? Indisch? Griechisch?« Er blinzelte sie ausdruckslos an. »Wie wäre es mit dem Blut aus deinen Eingeweiden?« “ (Seite 27)

Doch obwohl Dante nicht unbedingt das ist was ich mir unter einem Dämon vorstelle beginnt die Geschichte vielversprechend und vorallem die Streitereien zwischen Light und Dante bringen eine witzige Note in das Geschehen. Light ist eine durchweg sympathische Person die vorallem durch ihre warmherzige und verantwortungsvolle Art den Leser für sich gewinnen kann. Leider fehlte mir generell bei den Charakteren des Buches die Tiefe und Hintergrundinformationen. Von Kane z.B. , dem Wesen von Lights Bruder Jude, erfährt man kaum etwas was seine Herkunft angeht. Die Personen der Geschichte bleiben weitestgehend doch ziemlich blass.
Die Handlung des Buches verläuft recht ruhig wenn es auch immer wieder kurze Sequenzen gibt in denen deutlich wird dass nicht alle das System der Delegation für gut befinden. Sowohl auf der Seite der Menschen als auch auf der Seite der Paranormalen Wesen haben sich Gruppen gebildet die gegen dieses System sind. Die Impia sind Menschen die der Meinung sind, dass alle paranormalen Wesen vernichtet werden müssen während die Censio eine Gruppe von Paranormalen sind die die Delegation für nichts anderes als eine Versklavung der paranormalen Wesen halten. Die Impia spielen in diesem Buch eher eine untergeordnete Rolle und treten nur einmal sichtlich in Erscheinung während die Censio sehr viel präsenter sind. Aber gerade diese Gruppierung stößt bei mir auf Unverständnis. Ich kann mir einfach nicht erklären wieso eine Gruppe von unterschiedlichen paranormalen Wesen bei seinen “Attentaten” auf so menschliche Dinge wie Bomben und Gasflaschen zurückgreift. Es sind Dämonen, also Wesen die eindeutig nicht menschliche Fähigkeiten besitzen und müssen sich dennoch mit so banalen Dingen wie Gasflaschen abgeben. Dadurch kam bei mir irgendwann die Frage auf wozu es überhaupt ein System geben muss welches das Zusammenleben zwischen Menschen und Paranormalen regelt wenn gerade die Paranormalen sich nicht anders verhalten als die Menschen selbst.Ich will bei all diesen Punkten dennoch nicht behaupten dass es sich um eine schlechte Geschichte handelt denn wie gesagt sind gerade die Streitereien zwischen Light und Dante sehr amüsierend. Auch die Idee dass Paranormale und Menschen zusammenleben und sowohl Handlungsstrang als auch der Schreibstil gefallen mir sehr gut. Nur scheint mir die Geschichte insgesamt nicht ausgereift genug denn sowohl die Basis als auch die Charaktere lassen viel Potential vermuten dass nur scheinbar nicht ganz ausgeschöpft wurde.

FazitObwohl die Charaktere sehr sympathisch wirken und die Grundidee der Geschichte sehr vielversprechend klingt konnte mich das Buch nicht richtig überzeugen. Den Charakteren fehlt es an Tiefe und die Darstellung der Paranormalen unterschied sich für mich nicht sonderlich von den Menschen. Dafür kann das Buch mit einem angenehmen Schriebstil und einigen witzigen Momenten zwischen den Protagonisten aufwarten. Insgesamt hätte ich mir jedoch mehr erhofft.

3

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3 Kommentare zu „Laura Kneidl – Light & Darkness [Rezension]

  1. JA – muss eigentlich in allem zustimmgen, ging mir auch so. Alles war ganz gut und nett, aber leider hat der richtige, letzte Funke gefehlt. Bin aber sicher, dass weitere Bücher von ihr dann mehr für älteres Publikum gedacht ist, wie uns 😀

    1. Ja das kann sehr gut sein. Ich fand es auch echt schade die Rezension so kritisch schreiben zu müssen weil ich die Idee des Buches echt super fand und total gespannt war auf die Geschichte.

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