Horror

Stephen King – Doctor Sleep [Rezension]

Doctor Sleep von Stephen KingAutor: Stephen King
ISBN: 978-3-453-26855-5
Verlag: Heyne
Originaltitel: Doctor Sleep
Seitenanzahl: 704
Preis: 22,99 Euro
LeseprobeinhaltDanny und seine Mutter Wendy haben die Zeit im Overlook Hotel überlebt doch , der mittlerweile erwachsen gewordene, Dan hat schwer mit diesen Erlebnissen zu kämpfen. Zusätzlich verfällt er immer mehr demselben Problem, welches bereits sein Vater erfolglos bekämpfen musste: die Alkoholsucht.
Sein Shining nutzt er immernoch, und zwar in seinem Beruf. In einem Hospiz begleitet er Menschen beim Sterben und hilft ihnen mit seiner Gabe den letzten Weg zu gehen weshalb man ihm den liebevollen Spitznamen Doctor Sleep verpasst hat. Während Dan versucht sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken ist auf amerikas Straßen eine unheimliche Gruppe, die sich der „Wahre Knoten“ nennt unterwegs auf der Suche nach dem was sie am Leben hält, dem Lebenshauch von Menschen die das Shining besitzen. Das kleine Mädchen Abra Stone besitzt eine gewaltige Menge davon und so kreuzen sich nicht nur die Wege von Abra und Dan sondern auch der Wahre Knoten wird auf sie aufmerksam und macht es sich zur Aufgabe sie zu finden. Um sie zu schützen muss sich Dan seiner Vergangenheit stellen und die tief in ihm schlummernden Dämonen noch einmal zum Leben erwecken.

meinungIch hatte leichte Bedenken was den Einstieg in die Geschichte angeht da es mehrere Jahre her ist dass ich das Vorgängeruch „Shining“ gelesen habe. Kaum mit „Dotor Sleep“ begonnen war das bereits kein Thema mehr da alle wichtigen Fakten für den Leser gut zusammengefasst nochmal erläutert werden. Sogar diejenigen die die Vorgeschichte überhaupt nicht kennen wären gut informiert.
Zunächst begegnet man dem kleinen Danny und seiner Mutter kurze Zeit nach den schrecklichen Ereignissen im Overlook Hotel was als Einstieg in die Geschichte sehr gut gewählt ist. Nicht nur weil einem der Rückblick so erleichtert wird sondern weil bereits hier Details verborgen sind die im späteren Verlauf der Geschichte an Bedeutung gewinnen.
Wer die Geschichte um „Shining“ kennt hat wohl vor allem den kleinen Danny Torrance im Gedächtnis. Der Junge der seinen alkoholkranken und gewalttätigen Vater überlebt und trotz allem abgöttisch geliebt hat. Aus diesem kleinen Jungen ist genau das geworden was niemand sich gewünscht hat nämlich jemand der seinem Vater erschreckend ähnlich ist. Als Erwachsener hat Dan, ebenso wie sein Vater, ein schlimmes Alkoholproblem und auch seine Aggressionen hat er mehr schlecht als recht unter Kontrolle. Er tingelt von einer Stadt zur anderen bis er, nach einer durchzechten Nacht begreift dass er am Tiefpunkt angekommen ist und sich etwas gravierend ändern muss wenn er nicht vor die Hunde gehen will.

„Er konnte zwar durch den Mund atmen, doch in dem lag ein übler Geschmack nach Whiskey und Zigaretten. Sein Magen war eine Bleikugel und voller Dinge die da nicht hineingehörten. Als Müllbauch am Morgen hatte irgendein alter Saufkumpan dieses elende Gefühl bezeichnet. Wer? Daran erinnerte er sich nicht. Er konnte sich gerade noch an den eigenen Namen erinnern.“ (Seite 54)

Neben Dan gibt es nun eine weitere wichtige Person in der Geschichte. Abra Stone, ein kleines Mädchen dessen Shining noch stärker ist als das von Dan, weshalb die Gruppe der Wahre Knoten hinter ihr her ist. Schon als Baby nimmt Abra ungewollt mentalen Kontakt zu Dan auf und hält diesen seitdem bis ins Teenageralter. Ansonsten ist Abra ein typisches kleines Mädchen dessen Welt sich vorrangig um Freundinnen, Schule und die angesagteste Boygroup dreht.
Was stark heraussticht aus diesem Buch ist dass man als Leser deutlich merkt wie viel Zeit zwischen „Shining“ und „Doctor Sleep“ liegt. Stephen King spricht es am Ende des Buches selber an und weist darauf hin dass zwischen ihm jetzt und dem Stephen King von damals einfach Welten liegen was man auch tatsächlich spürt. Die Geschichte leidet allerdings nicht darunter, im Gegenteil.  Die Charaktere erscheinen gut durchdacht und wirken weder oberflächlich noch unpassend. Besonders die Ereignisse um Dan, sein eigenes Leben, sein Fühlen und Handeln sind stimmig und passen ins Gesamtkonzept. Auch Dans eigene Entwicklung gestaltet sich ebenso faszinierend wie spannend.

„Während Dan die Rocky Mountains näher kommen sah, dachte er an die vielen Jahre seiner Wanderschaft, in denen er ihnen ausgewichen war. Dabei fiel ihm ein Gedicht ein, in dem es darum ging, dass man Jahre damit verbringen konnte wegzulaufen, am Ende aber doch immer sich selbst gegenüberstand – in einem Hotelzimmer mit einer nackten Glühbirne an der Decke und einem Revolver auf dem Tisch.“ (Seite 627)

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Dan, Abra und den Mitgliedern des Wahren Knotens erzählt wodurch der Leser nicht nur einen guten Rundumblick über die Geschehnisse erhält sondern sich drei verschiedene Handlungsstränge bilden die der Autor geschickt miteinander zu verknüpfen weiß.
Das Buch begeistert nicht nur durch seine fesselnde Geschichte und die ausgereiften Charaktere sondern auch der flüssige und angenehm zu lesende Schreibstil vermischt mit einer Prise Galgenhumor und sowohl neuen als auch altbekannten Orten und Personen.
Lediglich der oft sehr schnelle Wechsel zwischen den Erzählenden trübt die Lesefreude ein wenig da man stellenweise kaum bei den aktuelln Ereignissen ankommt und schon zu den nächsten katapultiert wird. Wer sich davon nicht abschrecken lässt den erwartet eine fesselnde Geschichte die sowohl Stephen King Fans als auch Skeptiker begeistern dürfte.

fazitMit „Doctor Sleep“ ist Stephen King eine ebenso überraschende wie auch erfolgreiche Fortsetzung gelungen die es versteht den Leser mit einem guten Konzept, tollen Charakteren und einer spannenden Handlung zu begeistern. Auch wenn stellenweise der Wechsel zwischen den erzählenden Personen sehr abrupt vonstatten geht und man kaum Zeit hat sich auf die Geschehnisse einzustellen ist „Doctor Sleep“ ein Buch das man nur schwer aus der Hand legen kann.

4

Vielen Dank für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares an

heyne

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2 Kommentare zu „Stephen King – Doctor Sleep [Rezension]

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