Thriller

Stephanie Madea – Moonbow, Bd.1: Auge um Auge [Rezension]

moonbow1reziinhaltDie Menschen erblinden wenn View ihnen nur lange genug in die Augen blickt. Aus diesem Grund lebt sie freiwillig seit langer Zeit isoliert in einem Hochsicherheitslabor. Nur selten, wenn man sie zu Untersuchungszwecken aus ihrem Zimme holt, hat sie Kontakt zu wenigen, ausgewählten Menschen. Darum sollten View und Zac auch nie aufeinander treffen doch genau dies geschieht. Ein Treffen das nie hätte stattfinden dürfen und es stellt Views Welt völlig auf den Kopf. Ist tatsächlich alles eine Lüge? Ihre Erinnerungen? Ihr Name? Ihre Persönlichkeit? Hat sie sich vielleicht doch nicht freiwillig für das Leben im Labor entschieden?

meinung

Anfangs fiel es mir sehr schwer mich auf das Buch einzulassen da ich schon nach wenigen Seiten ganz schön abgeschreckt war vom Schreibstil der Autorin. Es machte auf mich den Eindruck als hätte jemand krampfhaft versucht einen möglichst jungen Slang hinzukriegen und genau das hat leider stellenweise doch sehr gestört weil es eher nervig als authentisch wirkte. Irgendwann im Verlauf der Geschichte scheint sich die Autorin von dieser Idee verabschiedet zu haben denn nach mehreren Kapiteln fiel es mir zunehmend leichter die Geschichte weiter zu verfolgen nachdem dieser furchtbar gekünstelte Jugendslang verschwunden war.
Womit ich mich leider ebenso wenig anfreunden konnte waren einige doch sehr bizarre Vergleiche die im Buch gezogen werden. Einie davon wirkten gerade zu lächerlich und dermaßen an den Haaren herbei gezogen dass ich mich ernsthaft fragen musste was genau die Autorin mir nun damit sagen will. Will sie mir überhaupt etwas sagen? War sie einfach an dieser Stelle geistig umnachtet? Oder, was viel schlimmer wäre, sollte das eventuell lustig sein? Gerade letzteres wäre wirklich fatal gewesen denn lachen konnte ich darüber nicht. Doch auch dieses Problem löst sich mit der Zeit von selbst so dass einem entspannten und freudigen Lesegenuss nichts mehr im Wege stand.

“Leise begann Piri, mit seiner tiefen Stimme zu singen. Ein spanisches Wiegenlied. Dank Piri verstand sie es sogar, doch irgendwie wollte sich ihr Körper heute nicht entspannen. Unzählige Fragen strömten ihr wie frische Cola durch die Adern in den Kopf. Machten sie kribblig. So drängend und penetrant war es noch nie. Sie verlor den Gesang, starrte an die Zimmerdecke, hörte stattdessen Stimmen, die sie nicht kannte, die sie weder einer Person noch einer Begebenheit zuordnen konnte.” (Seite 9 – 10)

Die Erzählperspektiven wechseln immer wieder zwischen sehr vielen der vorkommenen Charaktere. View, Zac, Max, Piri und noch weitere. Anfangs gab es dadurch einen wunderbaren Überblick über die Geschehnisse nur irgendwann wurde es mir doch zuviel. Da diese Perspektivwechsel auch oft sehr plötzlich auftreten fiel es mir irgendwann schwer damit einigermaßen umzugehen. Was man diesen wirklich sehr vielen verschiedenen Erzählperspektiven allerdings lassen muss ist dass man sehr viele Einblicke in alle möglichen Richtungen erhält und trotzdem nicht immer unbedingt alles weiß. Es bleiben genug Fragen offen um die Geschichte spannend und den Leser bei der Stange zu halten.
Die Charaktere mit denen man es die meiste Zeit zu tun hat sind View und Zac. Zac, der aufgrund seiner Fähigkeit auch Touch genannt wird, ist derjenige der die Geschichte zum laufen bringt denn er holt View aus dem Labor womit das Buch im Grunde erst so richtig beginnt. Zac scheint einiges zu wissen aber dafür umso weniger Preis zu geben und es ist lange nicht klar welche Absichten er tatsächlich verfolgt.
View selber wirkt anfangs verängstigt und obwohl sie nicht weiß wem sie mehr misstrauen soll, Zac oder den Labormitarbeitern, schenkt sie Zac doch immer wieder ihr Vertrauen. Sie kämpft und ist zäher als man zuerst vermuten würde.
Die Geschichte selber gestaltet sich dann tatsächlich recht spannend was ich zugegebenermaßen nach den Patzern am Anfang nicht mehr erwartet hätte. Die Handlung verläuft gradlinig und obwohl es sich nicht um eine actiongeladene Geschichte handelt gibt es immer wieder Szenen die für genug Spannung sorgen. Das Ende kam mir ein bisschen zu abrupt und wer Antworten auf all die Fragen will die sich nicht nur View sondern auch der Leser stellt, der wird regelrecht gezwungen sich die Fortsetzung zu kaufen. Denn viel Aufklärung darf man in diesem Buch noch nicht erwarten.

FazitDer erste Band der „Moonbow“ Dilogie hat es nach einigen Startschwierigkeiten doch geschafft mich für sich zu gewinnen und mich mit einer tollen Geschichte nicht nur zu unterhalten sondern auch zu fesseln. Einzig die vielen Perspektivwechsel und das abrupte Ende bleiben als leicht fader Nachgeschmack. Ich bin gespannt wie es weiter geht. Von mir gibt es erstmal vorsichtige drei Federn aber mit großer Tendenz nach oben.

3

trailer

buchreihe

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