Romane

Jodi Picoult – Ein Lied für meine Tochter [Rezension]

 

einliedfürmeinetochterreziinhaltZoe und ihr Ehemann Max tun alles dafür um ein Kind zu bekommen. Vergeblich. Als nach einer Fehlgeburt ihre Ehe zerbricht, findet Zoe Trost in der Liebe. Der Liebe zu Musik und der Liebe zu Vanessa. Mit ihr will Zoe nochmal ganz von vorne beginnen und träumt davon mit ihr eine Familie zu gründen. Max allerdings ist fest entschlossen dies zu verhindern. Nach der Scheidung gerät er in die Fänge einer radikalen christlichen Gemeinde welche schon seit Jahren gegen Homosexualität kämpft. Und so verklagt Max, der seine Ehre als Mann verletzt sieht und stark unter dem Einfluss des Pastors Clive steht,  schließlich die Frau mit der er 9 Jahre lang verheiratet war um ihr neues Glück zu verhindern.

meinungUrsprünglich hatte ich dieses Buch bereits vor 3 Jahren in der Originalsprache gelesen und war damals schon sehr angetan. Nun habe ich es ebenfalls auf Deutsch gelesen und nach wie vor begeistert. Jodi Picoult traut sich immer wieder an Themen heran die im realen Leben zu Kontroversen führen. So auch bei „Ein Lied für meine Tochter“ denn in diesem Buch ist die Kombination Kirche, Homosexualität und Kinderwunsch eine explosive Mischung die reich an Gefühlen und Empfindungen ist.
Nach und nach lernt man die Personen des Buches kennen mit allen Stärken und Schwächen. Etwas was mir persönlich an den Büchern der Autorin immer wieder sehr gefällt ist ihre Fähigkeit die Menschen mit all ihren Facetten darzustellen. Bei ihr gibt es nicht nur Schwarz und Weiß sondern auch alle Farben dazwischen. So fällt es einem oft leicht Sympathien für die Charaktere zu entwickeln. Einzig mit Max konnte ich mich nicht anfreunden. Nicht wegen seiner Vorstellung von menschlichen Werten die er vertritt, sondern wegen der Doppelmoral die er in Bezug auf Zoe`s neue Beziehung und seine Ehe mit ihr an den Tag legt.

„Zoe?“
Vanessa klingt, als wäre sie tausend Meilen entfernt. Ich höre sie, kann mich aber nicht bewegen.
„Zoe?“, sagt sie erneut und reißt mir das Papier aus den Händen. Ich öffne den Mund, doch es kommt kein Ton heraus.
Solch einen Verrat kann man mit Worten nicht beschreiben.
Vanessa blättert durch die Papiere. „Was ist das denn für ein Müll?“
„Das ist von Max“, sage ich. „Er versucht, uns unser Baby wegzunehmen.“ (Seite 324)

„Ein Lied für meine Tochter“ behandelt ein nach wie vor heiß diskutiertes Thema und beleuchtet es von vielen Seiten und aus den unterschiedlichsten Perspektiven die nicht gegensätzlicher sein könnten. Genau das macht aber seinen Charme aus.
Das Buch ist voller Emotionen und das von der ersten bis zur letzten Seite. Unterstrichen wird die Geschichte von einem angenehmen Schreibstil der zwar schlicht aber dennoch kreativ genug ist um die Gefühlswelten der Protagonisten aussagekräftig zu untermauern.
Zu bemängeln habe ich allerdings das Ende. Ohne zu viel verraten zu wollen ist es für mich einfach zu harmonisch, zu einfach, zu glimpflich. Ja schlicht und ergreifend zu perfekt. Hinzu kommt, dass die ein oder andere Frage, die ich mir gerade aufgrund der Ereignisse im letzten Drittel des Buches gestellt habe, leider unbeantwortet bleibt was mich ein wenig verständnislos zurücklässt. Alles in allem hat mir das Buch aber schöne, emotionsgeladene Lesestunden beschert und Jodi Picoult konnte mich wieder einmal mit eine ihrer Geschichten überzeugen.

FazitJodi Picoult wagt sich mit diesem Buch wieder einmal an ein bekanntes und viel diskutiertes Thema heran. Mit viel Gefühl und glaubhaften Charakteren entführt sie den Leser vielleicht nicht in eine andere Welt aber sie öffnet die Augen für etwas was man noch nicht aus solch unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet hat. Ein gelungener Roman mit dem die Autorin mich wiederholt für sich gewinnen konnte.

4

 

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Ein Kommentar zu „Jodi Picoult – Ein Lied für meine Tochter [Rezension]

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