Jugendbuch

[Rezension] Victoria Aveyard – Die rote Königin

rezidierotekönigin

inhaltIn Mares Welt bestimmt die Farbe des Blutes das Schicksal der Menschen. Die Silbernen herrschen über diejenigen mit dem roten Blut. Mare gehört zu den Roten und besitzt somit keine besonderen Gaben oder Eigenschaften. Ihre einzige Aufgabe ist es den Silbernen zu dienen. Denn die – und nur die – besitzen übernatürliche Kräfte. Als Mare allerdings während ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, passiert das, was eigentlich gar nicht möglich sein sollte: sie rettet sich mit Hilfe von besonderen, übernatürlichen Fähigkeiten. Um den Aufruhr um dieses Ereignis möglichst klein zu halten, wird sie als lang verschollene Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Fortan ist Mares bisheriges Leben nicht mehr existent denn niemand darf erfahren wer sie wirklich ist. Aus Mare wird Lady Mareena und diese schwebt fortan in höchster Gefahr. Sie darf sich nicht den kleinsten Fehler erlauben.

meinungDer Einstieg in die Geschichte fiel mir überraschenderweise sehr leicht. Obwohl mich erst die Idee mit den unterschiedlichen Blutfarben skeptisch bleiben ließ, gelang es mir schnell mich in Mares Welt einzufinden. Recht schnell werden einem die grundsätzlichen Regeln des herrschenden Gesellschaftssystems klar.
Die Protagonistin Mare lernt man schon zu Beginn des Buches recht gut kennen. Man erfährt viel über ihre Familie, welche aus ihren Eltern und mehreren Geschwistern besteht. Während ihre Brüder bereits alle von der Armee eingezogen wurden lebt Mare noch mit ihrer Schwestern bei ihren Eltern. Schnell wird klar wie wichtig jedem von ihnen die Familie ist, denn sie ist das kostbarste was man hat. Doch von harmonischer Familienidylle ist man dennoch weit entfernt den ständig schwebt die Angst über ihnen allen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis Mare, ebenso wie ihre Brüder für die Armee eingezogen wird, da sie im Gegensatz zu ihrer Schwester keine Lehrstelle ergattern konnte. Um ebenfalls etwas zur Haushaltskasse beizutragen und so das Überleben ihrer Familie zu sichern begeht Mare immer wieder kleine Diebstähle. Natürlich passiert genau das was irgendwann passieren musste: Mare wird erwischt. An diesem Punkt beginnt alles langsam ins Rollen zu kommen, denn von da an ist nichts mehr wie es einmal war.

„Ich glaube, das Leben hat einfach entschieden, die Schleusentore zu öffnen und mich in einem Wirbelsturm von Drehungen und Wendungen zu ertränken.“ (Seite 78)

Das Buch lässt sich durch den flüssigen Schreibstil der Autorin sehr gut lesen. Auch eine gewisse Tiefe wird man während des Lesens nicht vermissen da man, zur richtigen Zeit, genug Einblick in Mares Gedankenwelt erhält um ihr Handeln nachvollziehen zu können. Trotz der gut ausgeschmückten Protagonistin und eine Geschichte die es problemlos schafft zu fesseln, hat mir einiges beim Lesen dieses Buches gefehlt um komplett in das Buch abtauchen zu können. Wie genau ist diese Gesellschaft entstanden? Wie kommt es zu den verschiedenen Blutfarben? Handelt es sich bei dieser Geschichte um eine eigene Fantasywelt oder um eine dystopische Geschichte, welche die Zukunft unserer gegenwärtigen Welt zeigt? Wie entwickelte sich diese dermaßen strenge Hierarchie in der die Silbernen über die Roten herrschen? Was die Autorin Mare und den Menschen um sie herum an Tiefe verleiht lässt sie bei dem Thema Gesellschaft leider weitestgehend außen vor. Auch auf eine Erklärung für Mares Fähigkeiten wartet man während des Lesens vergebens. Wenigstens ein paar kleine Informationen wären hier zumindest schön gewesen.
Die Liebesgeschichte, die sich zwischen Mare und dem eigentlichen Thronfolger Cal entwickelt, konnte mich nicht wirklich überzeugen. Gerade Cal, welcher anfangs noch recht sympathisch auf mich wirkte, verlor mehr und mehr an Glanz bis ich am Ende des Buches von ihm ganz schön enttäuscht war. Darüber trösten auch die doch teilweise erahnten als auch völlig überraschenden Wendungen im Verlauf der Geschichte hinweg.
Besonders das Ende hält die Eine oder Andere Überraschung bereit, schafft es aber für mich nicht das Ruder weit genug herumzureißen.
Der interessante Plot und Mare als Protagonistin lassen mich aber auf eine Besserung im zweiten Band hoffen.

Fazit„Die rote Königin“ wartet mit einer sympathischen und glaubhaft dargestellten Protagonistin ebenso auf wie mit einer interessanten Geschichte. Leider bleiben die anderen Personen des Buches weitestgehend blass und undurchsichtig. Auch auf nähere Informationen zum genauen Hintergrund und der Geschichte der dort vorherrschenden Gesellschaft hofft man vergebens. Trotzdem lässt einen die Geschichte nicht einfach los, sondern macht eher begierig darauf mehr zu erfahren.
Ein gutes Grundgerüst steht nur an den Feinheiten muss im zweiten Band der Reihe noch ordentlich etwas getan werden.

3

 

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6 Kommentare zu „[Rezension] Victoria Aveyard – Die rote Königin

  1. Tolle Rezi, hast mich sehr neugierig auf das Buch gemacht (auch bei nur 3 Sternen). Finde das englische Originalcover aber hübscher und hätte vllt Lust, es einfach auf Englisch zu lesen und mir selbst mal einen Eindruck von dem Buch zu machen…

    LG,
    Lena 🙂

    1. Danke Dir 🙂
      Das Buch ist ja auch nicht schlecht. 3 Sterne ist ja sozusagen genau die Mitte. Also nicht durchweg schlecht aber auch nicht bombastisch. Das englische Cover ist das mit der Krone und dem Blut oder? Das finde ich generell auch hübscher rein von der Optik her aber in Bezug auf das Buch bzw die Geschichte selber bin ich mir da nicht so sicher. Bei dem Cover würde ich nämlich eher an einen Thriller denken als an ein Jugendbuch.

      Liebe Grüße, Jenni

      1. Wer weiß, vielleicht finde ich das Buch ja bombastisch? Wird sich zeigen,falls ich es irgendwann mal lese. Ich mag das deutsche Cover einfach nicht. Um die englische Ausgabe schleiche ich aber immer wieder herum, wenn ich in die Mayersche gehe. 😀

        Wünsche dir ein schönes Wochenende!
        Lena 🙂

  2. Hey,
    mir hat das Buch echt gut gefallen. Ich hätte zwar auch gerne mehr über die Gesellschaft erfahren aber das war kein wirklicher Kritikpunkt bei mir. Ich glaube, das kommt noch in den anderen Teilen, wenn erklärt wird, wie Mare so ist, wie sie ist 😀 Hoffe ich zumindest 🙂
    Lg Kerstin

    1. Huhu,
      nicht dass man mich falsch versteht. Ich erwarte natürlich nicht, dass sich sämtliche Rätsel bereits in Luft auflösen im 1. Band aber ein paar mehr Infos hätte ich halt schon gefunden und es war ja wie gesagt auch noch dass mir der männliche Protagonist unterm Strich sehr unsympathisch war und mich die Beziehung zwischen den Beiden nicht überzeugen konnte.
      Und generell sind 3 von 5 Sternen (oder Büchern ^^) ja nicht schlecht. Es ist halt ein gutes Mittelfeld mit Luft nach oben 🙂

      LG; Jenni

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